Bewohner Wohngemeinschaft

Barbara Kerkmeer

Mein Name ist Barbara und ich bin beinahe 64 Jahre alt. Ja richtig, ich komme ins Pensionsalter und freue mich darauf. Noch viel mehr freue ich mich, dass Silvana genau zu dem Zeitpunkt, wo für mich ein neuer Lebensabschnitt beginnt, das Ü55 Wohnprojekt in Romanshorn startet. Mir war schnell klar, vor allem als ich das

Traumhaus gesehen hatte, da bin ich dabei. Meine Freude ist gross.

 

Mein Leben ist bewegt und intensiv. Beständigkeit und Routine liegen mir nicht so. Ich mag Abwechslung, Tiefe, Sinnhaftigkeit, Mystik, Humor, Freiheit und bin tief dankbar für das Geschenk des Lebens.

 

Einen grossen Teil meines Lebens widmete ich der Familie, ich war 24 Jahre verheiratet und habe drei Kinder grossgezogen. Sie sind das grösste Geschenk in meinem Leben. Mittlerweile habe ich sogar schon eine Enkeltochter.

 

Die Sinnfrage im Leben liess mich nie los. Warum sind wir hier? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Meine innere Sehnsucht und die tiefe Verbindung zu Tieren führten mich immer tiefer in diese Fragen.

Über meine Weggefährten Charly (Hund) und Mac (Pferd) fand ich zur Tierkommunikation, Schamanismus und letztlich zur Zen-Praxis.

 

Neben der Familienarbeit fing ich an meine Wahrnehmungs – und Kommunikationsbegabungen zu schulen und Menschen im Umgang mit ihren Tieren zu beraten. Diese Tätigkeit wiederum führte mich in die Tierschutz -und Tierrechtsarbeit. Das Leid der Tiere in

der Nutzung, berührt mich tief und ich setzte meine Begabungen im Rahmen verschiedener Tierschutz-Stiftungen für die Aufklärung der Bevölkerung ein.

 

Daneben übe ich intensiv den Zen-Weg. Die zwei letzten Jahre verbrachte ich im Zen- Zentrum Felsentor auf der Rigi, arbeitete in der Hausgemeinschaft mit und führte verschiedene Kurse, u.a. «Mit unseren Tieren meditieren durch». Im kleinen Rahmen werde ich dies weiterhin anbieten.

 

Jetzt ist die Zeit für mehr Ruhe in meinem Leben gekommen. Seit einigen Jahren lebe ich mit der Diagnose Multiple Sklerose. Es geht mir recht gut, aber der Körper verlangt immer mehr Ruhe.

 

Spätestens ab Ende Mai werde ich in die Ü55 WG von Silvana in Romanshorn einziehen und lernen, auf die Bedürfnisse meines Körpers zu hören. Ich bin überzeugt, dass sich in Romanshorn die richtigen Menschen finden und dem grosszügigen Haus ein Flair von Sinnhaftigkeit, Lebensfreude, Dankbarkeit und fröhlichem Lachen Leben einhauchen werden. 

 

 

Silvana Lucchini

Über mich findet sich so allerhand auf dieser Homepage, da ich sie schon seit vielen Jahren betreue, Bilanzen verfasse - die viel Einblick in mein Leben zulassen, Fotos hochlade, Anekdoten und Inspirierendes veröffentliche und nun eben auch die Wohngemeinschaft vorstelle. Meinen groben Lebenslauf könnt ihr unter c'est moi einsehen. 

 

Ich werde im nächsten Jahr 60 Jahre alt. Oh wow! Wie die Zeit vergeht! Diese Zahl steht echt grau und fremd vor mir. Ich fühle mich so gar nicht, wie die Bilder, die noch in meinem Kopf zu dieser Alterszahl rumspuken. Das ist doch gut so. Die nächsten Lebensschritte in diesen Abschnitt meines Lebens wollen neu gestaltet und bereichert werden. Unser, wenigstens für viele in Mitteleuropa, so privilegiertes Leben fordert uns regelrecht auf, die Freiheiten und Möglichkeiten bewusst zu nutzen und gestalten, so finde ich. 

 

Schon seit langer Zeit bemühe ich mich, mein Leben möglichst authentisch und bewusst zu leben. Auch wenn das nicht überall gelingt, oder nicht perfekt, ich strebe in diese Richtung. Mit der Wohngemeinschaft beginnt ein neues Kapitel, auf das ich mega gespannt bin. Ich freu mich so sehr, dieses wunderbare Haus mit seinem grossen Garten, zusammen mit den Mitbewohnern, zu beleben, zu gestalten, es zu füllen mit Freude, mit Lachen, mit buntem Leben, mit tiefen Gesprächen, mit feinen gemeinschaftlichen Essen und viel anderem mehr. 

 

Ich würde mich als aufgeschlossenen Menschen bezeichnen, der das Leben liebt, die Menschen, Tiere, alle Wesen und auch die Natur. Ich bin interessiert an den verschiedensten Ausrichtungen und Einstellungen, erlebe es als bereichernd, mich mit bewusst lebenden und kommunizierenden Menschen umgeben zu dürfen.

 

Ich freue mich auf die Herausforderungen, die das wohngemeinschaftliche Leben mit Sicherheit mit sich bringt. Es wird bestimmt nicht nur ein Zuckerschlecken sein. Aber ich hoffe auf Ausdauer bei uns allen, um die Gemeinschaft mit gemeinsam bewältigen Herausforderungen zu stärken und uns zu verbinden. Das Gefühl, nicht alleine den Dingen (den Schönen wie auch den Mühseligen), die uns im Leben begegnen, entgegen zu sehen, fühlt sich tief befriedigend an. Wir sind für uns alleine verantwortlich, das ist gewiss so. Wir werden alleine geboren und sterben auch alleine. Auf diesem ersten und letzten Schritt begleitet uns niemand (wenigstens nicht auf der materiellen Ebene). Für unsere Entscheidungen tragen wir selbst die Konsequenzen und stehen dabei in einer grösseren Verantwortlichkeit. Wir leben unter und mit Menschen, in einer Welt, in der wir uns gemeinsam stark machen können. Stärker als die Summe von uns Einzelnen für sich alleine. Diese Stärke macht es uns auch möglich, uns für mehr als nur für uns selbst einzusetzen. Wenn es heute - so glaube ich - um eine Bewegung, weg vom ICH und mehr zum WIR geht, dann macht das in meinen Augen viel Sinn. Ich denke, eigentlich beginnt unsere Freiheit da erst so richtig. 

 

Ihr seht schon, ich drifte gerne ins Philosophische ab. Nimmt es mir nicht übel, das ist einfach eine Seite von mir. Ich bin beständig unterwegs, mich und die Welt besser zu verstehen und sie immer wieder neu zu betrachten. 

 

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben