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Grenz-Raum-Traum

Gesetzte Begrenzung ertasten

Wo fang ich an – wo hör ich auf

Wie viel brauch ich, um sein zu können

Wo und wie sind meine Ecken und Kanten

Was dringt und färbt mich ein

 

Den Traum erträumen

Den Farben und Tönen nachspüren

Ich lass die Grenzen verfliessen

Trau mich zu träumen

Grenzen verräum ich – Räume verträum ich

 

Aufgehoben sind nun die Grenzen

Gesprengt ist jetzt das kleine Ich

Verbindet sich mit allem, was ist

Wird unendlich, gross und weit

Wo Grenzen waren fliesst es nun rein

 

Mein Ich wird zu Allem, ist nicht mehr klein

Wird zu All-Dem und ist endlich frei

Rothenburg, 11. September 2006

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben