· 

Macht und Ohnmacht

Ohnmächtig unterworfen

Von Worten überworfen

Hingeworfen und überhört

Fühl ich mich wortlos und hingemacht

 

Sprachlos ab so vielen Worten

Die wortgewaltig mich überrollen

Wohl gewandet all die Silben

Fühl ich mich platt und wie verworfen

 

Worte dominieren die Stille

Unterwürfig bleibt der Ton

Mächtig überfordert

Fühl ich mich wie verhört

 

Schwachgewandet ohne Worte

Dominiert das Wort die Stille

Wo solche Mächte den Raum beherrschen

Fühl ich mich nackt und unverstanden

 

Welch Zeichen braucht es

Für diesen grossen Schritt

Welche Einsichten und Blicke

Für einen Wechsel der Kräfte

 

Jahrmillionen voll von Kräftemessen

Zig Jahre voll Ziehen an Tauen

Wer bin ich, was bin ich, hab ich, will ich

Wo ist die Grenze, die zu hüten es gilt?

 

Visionen sind gefragt?

Kräfte gegen die Macht?

Da bleibt nur die Liebe, die Platz macht dafür

So fühl ich mich gut, so fühl ich mich nicht leer

 

Hör ich da ein lautes Knacken?

Ich fühl mich plötzlich voller Kraft

Mein Inneres hat Stopp gerufen

Hinweg ist die Ohnmacht - zurück ist die Macht

Rothenburg, 17. September 2006

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben