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Mein Schmerz

Ich suchte nach der Liebe

Wusste nicht, wo sie war

Suchte überall und fand sie nicht

Fand nur Enttäuschung und Betrug

 

Ich suchte nach der Liebe

War voller Unrast und voll Gier

Fand wohl Türen, doch keine Schlüssel

Suchte überall und wurde doch nie satt

 

Ich suchte nach der Liebe

Und meinte, sie nur in jenem finden zu können

Suchte und meinte jenes gefunden zu haben

Doch fand ich nur mich und gar nichts mehr

 

Ich suchte nach der Liebe

Suchte und versuchte festzuhalten

Wollte Garantien für die Ewigkeit

Für Treue und immerwährende Freiheit

 

Ich suchte nach der Liebe

Fand sie endlich nach langer Reise

Fand sie nachdem ich mich verlor

Und fand sie doch ganz bei mir

 

Ich suchte nach der Liebe

Nicht wissend, dass sie immer

Nicht wissend, dass sie überall

Nicht wissend, dass sie bedingungslos ist

 

Ich suchte nach der Liebe

Jetzt weiss ich, Liebe enttäuscht und betrügt nicht

Jetzt weiss ich, dass Liebe Türen öffnet

Jetzt weiss ich, dass sie in mir ist

 

Ich suchte nach der Liebe

Doch jetzt weiss ich, ich muss nicht mehr

Immer dann, wenn Stille und Weite herrscht

Dann ist die Liebe da, dann spüre ich sie in mir

 

So trag ich sie mit mir – die Liebe – diesen Schatz

Mein Schatz, in mir, in dir und überall

Rothenburg, 19. September 2006

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben