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Fremde Wege

Da fiel auf einmal diese Türe zu

Sie war grad eben doch noch offen

 

Da war auf einmal keine Hand mehr da

Die mich noch führte durch die Welt

 

Da verschwand auf einmal dieser Weg vor mir

Der mich doch führte zu diesem Ziel

 

Da erlosch auf einmal dieses Licht

Das mir doch wies den Weg zu dir

 

Nun steh ich da und wundere mich

Wie kommt es, dass ich bin, wo ich bin?

 

Mich führte eine Hand

Auf diesem Weg mit fremden Licht

Zu diesem Ziel – zu Dir und mir

 

Dieser Weg war wohl nicht der meine

Dieses Licht nicht für mich bestimmt

Diese Türe führte nicht in meine Räume

Und das Ziel war fremdbestimmt

 

Nun steh ich da und wundere mich

Wie geht es weiter, wohin führt es mich?

 

Meine Schritte führen mich von dir zu mir

Mein Hände lassen los und halten mich

Meine Schritte führen mich auf meinen Weg

Meine Hände leiten mich und klopfen an die richtige Tür

Steinhausen, 21. Oktober 2006

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben