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Durstige Wüste

Der Boden verharrt in staubigem Kleid

Erde, trocken und hart wie Stein

Dürre Pflanzen warten zitternd im Wind

Die strenge Sonne herrscht über dieses Land

Wo bleibt der magische Bruder - der alles verwandelnde Regen?

 

Wasser erweckt den Boden zu neuem Leben

Aus tausend Samen erspriesst sich ein vielfältiges Grün

Es explodiert das kurze Leben

Ein Rennen, Kopf an Kopf

Wer erreicht das Ziel?

Kann seinen Samen abwerfen?

Für den Lebenskreislauf vorsorgen?

 

Bevor die Sonne wieder für lange Zeit

das Zepter in ihren Fingern hält?

Tunesien, 23. Januar 2007

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben