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UnterweX

So reise ich durch die Länder

Suche Ecken und Plätze zum Sein

Mal sollen es Berge sein, mal Meer

Doch immer soll es frei sein und fern von Verkehr

 

Hab alles bei mir, was ich brauch

Mein Haus, mein Heim, mein „Camperlein“

 

Bin mal naiver Hippy, mal fahrender Pilger

Mal Freak, mal Rentner, mal doofer Tourist

Doch immer im Herzen Nomade

Unterwex von irgendwo nach nirgendwo

 

Dort wo ich steh, ist bald alles Mein

Jedes Gras, jeder Fluss, jeder Berg

Jeder Stein, jeder Baum und alles Getier

Dies ist, für die Zeit, die ich hier, mein Revier

 

Wenn ich dann weitergehe, lass ich nichts zurück

Was erinnern könnte, dass ich hier

So soll es sein

Es ist nun nicht länger Mein

 

Wohin es geht, weiss niemand so genau

Der Sonne nach und dann weiss man mehr

Morgen steht vielleicht der Wind gar schlecht

Oder der Himmel hält sich bedeckt

 

Dann geht es weiter und weiter

Bis ich genug hab vom ewigen Reiten

Irgendwo findet sich immer ein Flecken

Wo ich sein kann, mich recken und strecken

Tunesien, 24. Januar 2007

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben