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Nächtliche Stille

Weite einfarbige Stille

Das Herz droht vor lauter Respekt stehen zu bleiben - darin zu versinken

Versuche, hineinzuhorchen in die Stille enden an einer undurchdringlichen Wand

Werde ich wie die Stille und nehme sie hin,

dann öffnet sie sich und wird weit: grenzenlos – zeitlos

Ein Nicht-Raumgefühl, wo nur Frieden herrscht – Friedliche Stille

 

Weite einfarbige Stille

Ein Auto naht auf der unweiten Landstrasse

Wie ein Flugzeug, das das Blau des Himmels durchmisst

Durchpflügt das Auto die Schwärze der Nacht

Und hinterlässt für kurze Zeit eine Art hörbarer Kondensstreifen

Der die Nacht teilt,

um sich langsam wieder aufzulösen und zurückzukehren

zur ungeteilten Stille der Nacht

Tunesien, 25. Januar 2007

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben