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Blutige Tränen

Fliessendes Blut begleitet die Weiblichkeit

Energie nur für diese eine Wichtigkeit

Tränen im Gesicht

Im zyklischen Tanz um den Mond

 

Schwere Glieder, schwerer Körper

Das Blut surrt in den Adern

Der Verstand ist ausser Gefecht

Die Sinne nur da für Körper und Gefühl

 

Haut so dünn wie Seidenpapier

Sanftheit liegt in jeder Berührung

Den Blick tief in sich selbst hinein

Verleiht die Mens eine eigene Magie

 

Der Körper ruft nach Aufmerksamkeit

Er will köstliche Ruhe und sattes Grün

Braucht Wärme gegen die Melancholie

Und weiche Betten für die dünne Haut

 

Einmal im Monat – so soll es sein

Liegt die kollektive Bürde auf weiblichen Schultern

Was sollen wir nicht vergessen?

Dass wir sind aus Tränen und Blut?

Tunesien, 26. Januar 2007

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben