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Heimat - was ist das?

Seit Jahren begleiten mich Hermann Hesses Worte: "Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen, der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten...." Dieses Gedicht von Hesse begleitete mich und Dominik seit Anbeginn unserer Zeit. Damals, als es hiess, Abschied nehmen von allem Bekannten und der Aufbruch in neue fremde Welten nahte. Und auch als es galt, Dominik zu helfen, loszulassen und auch für mich selbst, von ihm Abschied zu nehmen. Hermann Hesses Worte sind wie Blumen auf meinem Weg.

 

Heimat hat für mich viele verschiedene Gesichter: das ist einmal meine Familie, zu der auch meine Hunde Zorro und Luke gehören; das sind meine Freunde; das ist die Ecke, wo ich aufgewachsen bin, aber auch jener Ort, an dem ich mich im Moment gerade aufhalte; das sind alle tieferen Beziehungen, die ich jemals hatte und alle Orte, an denen ich mit Leib und Seele war; Heimat ist mein Wohnmobil; und in das Gefühl Heimat gehören alle meine Sehnsüchte.

 

Mir scheint das Wort Heimat hat viel mit Beziehung zu tun. Alles zu dem und alle zu denen ich in einer Beziehung stehe erfüllen mein Bild der Heimat. Alles, was mir fremd ist, wird heimatlich, wenn ich es mir im übertragenen Sinn aneigne und es lerne zu verstehen.

 

Wikipedia meint zu diesem Begriff: Das deutsche Wort Heimat verweist auf eine Beziehung zwischen Menschen und Raum. .... Heimat kann eine Gegend oder Landschaft meinen, aber sich auch auf Dorf, Stadt, Land, Nation oder Vaterland beziehen. Heimat bezeichnet somit keinen konkreten Ort, sondern Identifikation. Es ist die Gesamtheit der Lebensumstände, in denen ein Mensch aufwächst. Auf sie wird seine Psyche geprägt, ihnen "ist er gewachsen".

 

Mittlerweile ist das Südburgund ein neuer wichtiger Bestandteil meiner Heimat. Das alte Bauernhaus braucht aber noch viel Zuwendung, und es will viel Arbeit und Liebe investiert werden. Mein neues Projekt ist geboren... eine Zigeunerin (auf Zeit) wird wieder sesshaft!

 

... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben