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Fern wie ein Stern

So greifbar nah und doch so fern

Gefunden, verloren und nun fern wie ein Stern

 

Die Zeit war nicht reif - noch nicht da

Und doch für einen Moment hier und darin nur wahr

 

Dich zu kennen, aber dich nicht zu sehen

Dich zu spüren, aber nicht zu fühlen

Dich zu erwünschen, aber nicht zu erhoffen

Dich zu ersehnen, aber dich nicht zu erwarten

 

So greifbar nah und doch so fern

Gefunden, verloren und nun fern wie ein Stern

La Chapelle-Thècle, 31. Mai 2012

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben