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Sanfter Krieger

Des Kriegers stärkste Waffe ist nicht sein Schwert, nicht seine Schlauheit

Es ist nicht seine Muskelkraft und auch nicht seine Schnelligkeit

Des Kriegers stärkste Waffe ist allein sein liebend Herz

Sanft und weise, umarmend jeden Schmerz

 

Der Krieger zieht durch alle Lande

Sucht die Menschen, sucht die Liebe

Sucht und sieht dabei soviel an Traurigkeit

Die herrscht und all die ganze Lieblosigkeit

 

Auf in den Kampf, mein Krieger

Auf in den sanften Kampf und siege

Bekämpfe alles Harte, alles Kalte

Sieh den Schmerz und schmelze das Erz

 

Ein heilendes Herz für alte Wunden

Es wird bluten und dann gesunden

Dabei entsteht dieser heilige Raum

Und ein Samen wächst zu einem neuen Baum

 

Du, mein tapferer grosser Krieger

Bist auf einem heiligen Pfad

Hast alle Banden aufgelöst

Bist nun frei und losgelöst

 

Dein Weg ist heut noch unbestimmt

Du weisst nicht weshalb und nicht wohin

Doch ruft es schon von ringsumher

Die Menschen brauchen dich so sehr

 

Nimm dein Schwert, dein Herz

Nimm und trag es vor dir her

Krieg herrscht heut in vielen Seelen

Du wirst gebraucht – du kannst nicht fehlen

 

Schmelzen sollen deine Worte

Schmelzen können deine Hände

Schmelzen wirst du in diesem Raum

Wo alles Heilende entsteht und sich entfalten kann

La Chapelle-Thècle, 7. Juni 2012

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben