· 

Geschoben werden

In Bewegung sein, 

auf dem Weg sein.

Eher tastend denn bestimmend.

Die Nase im Wind, 

die Ohren gespitzt, 

die Augen wandernd,

Die Zeichen deutend,

Die Angebote sehend.

Eine - nicht meine - Hand im Rücken

Vertrauend geschoben werden.


Die Führung liegt nicht in meiner Hand

Ist nicht bestimmt von Kopf und Verstand.


Sogar meine Gefühle wundern sich,

Kriegen Angst und winden sich. 

Fragen, wo ist das Altbekannte?

Hält der neue Steg und das Unbekannte? 


Doch das Herz weiss es genau.

Sieht den Weg und die Zeichen.

Geht Schritt für Schritt,

Wohin es mich schiebt,

Vertraut der Führung, den Weisen.

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben