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Schwellenland

Festklammernd am äussersten Ast 

Die Flügel zittern

Ich weiss ich kann fliegen

Und ich weiss die Luft trägt mich

Doch es ist noch nicht Zeit...

 

Das Räderwerk der Zeit steht still

Und gleichzeitig rast sie

Ich seh den Silberstreifen am Horizont

Dort will ich hin

Doch es ist noch nicht Zeit...


So fremd und doch so nah

Zu Gast auf dem Planeten Jupiter

Ein Alien auf drei Dimensionen reduziert

Entfalten will ich mich in die andere Welt

Doch es ist noch nicht Zeit...


Wie Luft im Bauch

Oder sehr lange unter Wasser

Atemlos flirrend durchs hohe Gras

Der Boden entgleitet 

Doch es ist noch nicht Zeit...


Das Alte noch in voller Montur

Abgenutzt und auch ein wenig faltig 

Das Neue noch nicht da, unfassbar

Und so verlockend nackig

Doch es ist noch nicht Zeit...

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben