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Zusammen sind wir weniger allein

Wir wünschen uns Mitbewohner, die ein ruhiges und doch inspirierendes Miteinander leben wollen.

 

Es macht in unseren Augen viel Sinn, nicht nur Wohnraum, sondern auch Ressourcen (Know-how, Fahrräder, Haushaltsgeräte usw.) und Ideale (Ökologie, Selbstversorgung, Kommunikation, Ernährung, Genuss usw.) zu teilen. Miteinander ist man stark. Das wissen wir schon sehr sehr lange. Wieso sollten wir alleinstehend bleiben, wenn der passende Partner uns partout nicht über den Weg laufen will? Wieso sollten wir, nachdem unsere Energien nicht mehr von einem aufreibenden Job, Karrierestreben oder der Kindererziehung verschlissen werden, die Hände in den Schoss legen und dem mit Garantie kommenden Ende in aller Bescheidenheit und Zurückgezogenheit entgegenblicken? Wieso Mahlzeiten alleine in einer riesigen Wohnung einnehmen oder Abende alleine hinter der Flimmerkiste verbringen? Natürlich entscheidet das jeder für sich; jeder wird auf seine Art glücklich. Aber wir finden, das Gefühl, nicht alleine zu wirken, sondern zusammen, ist mächtig und befriedigend. Wir können uns gegenseitig inspirieren, motivieren, nähren, unterstützen und helfen.  

 

Uns ist klar, dass es eine grosse Herausforderung ist, als gestandener Mensch mit gewachsenen Ecken und Kanten, sich mit anderen, ebenso gestärkten Menschen, zusammenzufinden. Das Zusammenleben kann definitiv auch anstrengend werden. Das haben Beziehungen so an sich. Unsere tiefe Überzeugung ist es aber, dass auch wenn es auf der einen Seite Energie braucht, es auf der anderen Seite auch viel Energie erzeugen kann.  

 

Dennoch bleibt es eine Herausforderung, die man auch wollen sollte. Ohne die Lust, sich mit sich und anderen auseinander setzen zu wollen, führen Gemeinschaften wohl über kurz oder lang in Sackgassen. Kommunikation ist ein regelrechter Potentialentfalter. Über den achtsamen Austausch, über angefragtes Feedback und ein willentliches Dranbleiben - wohlverstanden immer in einem liebevollen und respektvollen Umgang - ist Wachstum und Bewegung möglich. Das ist unsere Vorstellung von einem aktiven und reichen Leben. Wir glauben an Wege, die uns mehr und mehr weg vom Ego und hin zum Wir führen. Wir glauben daran, dass wir im Miteinander unser Potential und viel Kraft entfalten können. Wir können unser Selbstvertrauen so entwickeln, dass wir uns mit all unseren Seiten annehmen und zeigen können. Das Leben lädt zum Teilen ein: das Sein, die Freuden, wie auch den Kummer.

 

Jeder hat in seinem Leben genügend Erfahrungen gemacht, hat sich geformt und ist zu dem geworden, was er/sie heute ist. Die Akzeptanz für das Andersartige und die Toleranz gegenüber der "Macken" eines jeden ist in unseren Augen Voraussetzung für ein wohlwollendes Zusammenleben. Eine weitere Voraussetzung ist bestimmt, genügend Freiraum zu haben. Es braucht Rückzugsräume, innere wie äussere. Das gemeinschaftliche Kredo (sieh oben unter Leitfaden für die Wertehaltung) soll in erster Linie als eine Art Leitplanke verstanden sein, welches aber trotzdem ernsthaft anerkannt wird. Es soll nicht so sein, dass man sich Abende lang und immer wieder über solche Themen auseinandersetzen muss. Ein jeder soll sein Leben so leben können, wie er oder sie will, sofern es nicht die "Räume" der anderen stört. Trotzdem glauben wir, dass eine bewusste, gemeinsame und übereinstimmende Ausrichtung hilft, unser Ziel eines gelungenen und bereichernden Zusammenlebens zu erreichen. 

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben