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Fototagebuch Februar-März 2022

Die Libellen Gemeinschaft entwickelt sich

Am 27.2. war es so weit, Silvana zieht als Erste in das Libellen Gemeinschaftshaus ein. Ein Teppich von Frühlingskrokussen bereitete ihr einen würdigen Empfang, begleitet wurde sie von ihren Katzen Grizzly und Sanssouci und Isabelle, einer treuen Freundin. 

Die kleine Tier / Mensch Truppe lebte sich schnell ein, und wer Silvana kennt, weiss, dass sie nichts anbrennen lässt. Innerhalb kurzer Zeit gelang es ihr, immer mehr gemütliche Ecken in diesem grossen Haus zu schaffen. Wahrscheinlich ahnte sie schon, dass Barbaras Einzug nicht wie geplant Ende Mai stattfinden würde. Barbara erkrankte im Februar heftig an Corona und konnte nicht mehr in’s Felsentor zurückkehren. Ohne zu zögern, stimmte Silvana dem früheren Einzug zu und bereits am 19. März war es so weit und ich stand mit meinen wenigen Habseligkeiten vor der Tür. Den warmherzigen Empfang werde ich nie vergessen.

 

Jetzt arbeiten wir zu zweit am Entstehen der Romanshorner Ü55 WG. Verschiedene Menschen haben uns bereits besucht und sogar einige Tage zur Probe gewohnt. Immer mehr spüren wir, was für ein Geschenk dieser Ort ist, und was wir realisieren können. In unseren Köpfen entstehen Bilder von einer gelebten Vision, wie die Welt auch sein könnte. Menschen in Gemeinschaft, sich gegenseitig unterstützen, teilen, bewusst leben, Freiräume schaffen, Bedürfnisse erkennen und leben. Auch dann füreinander schauen, wenn sich das Leben gerade von der schwierigeren Seite zeigt. Kurz, eine Welt, in der wir Freude fördern und Schaden möglichst vermeiden. 

 

Im Moment investieren wir viel Zeit in die Gestaltung des Hauses. Barbara kann unsere «Brockenhaus-Touren», von denen wir immer reich bestückt nach Hause kommen, schon kaum mehr zählen. Für sie eröffnen sich neue Welten. Stube, Esszimmer, Küche, Büro, Stille-Zimmer, vieles ist schon fertig eingerichtet. Die Räume haben einen besonderen Glanz bekommen und laden herzlich zur weiteren Mitgestaltung ein.

 

Wir freuen uns sehr über die vorhandene Flora. Auch wenn sie nicht sehr vielfältig ist, hat sie doch viel Potential und lässt noch viel Raum für weitere Pflanzen. Nebst Bärlauch blühen zur Zeit auch die Buschwindröschen und das Scharbockskraut en masse. Das Wiesenschaumkraut fängt nun, Anfang April, ebenfalls an zu blühen. Eine Kornellkirsche blühte im März und nun wird bald die Vogelbeere und der Schneeball weiteren Farbenzauber präsentieren. Wunderschön sind auch die beiden uralten Obstbäume anzusehen, die, der eine grün, der andere rötlich, sich umarmen, als seien sie Mann und Frau.  

 

Romanshorn hat einige riesige Mammutbäume, die wirklich stolz dastehen. Sie sind ein Sinnbild für Kraft, Geradlinigkeit, Stolz und ewiges Sein. Diese mächtigen Urbäume hier im Städtchen zu wissen, macht einfach glücklich und zufrieden. 

 

Die Fotostrecke erzählt kleine Geschichten von unserem Alltag. Gemütliche Stunden am Feuer, ein wagemutiges Bad im kalten See, feines Essen, ab und zu ein Glas Wein, tiefe Gespräche und fröhliches Lachen, alles hat Platz und ist willkommen.

Erste traurige Momente gab es auch schon. Wir mussten uns von Sanssouci, einer der beiden Katzen, verabschieden. Ihr Übergang verlief sehr friedlich und jetzt ruht sie unter einem Magnolienbaum im Garten. Grizzly, der verbleibende Bruder von Sanssouci hat nun unsere ganze Aufmerksamkeit und Zuwendung, was er entsprechend schätzt. 

 

Und weiter geht es. Der Garten lockt immer mehr und demnächst wird der Swimming Pool gefüllt. Damit geht vor allem für Barbara ein grosser Traum, den wir wohl beide nie für möglich gehalten habe, in Erfüllung. Unser Da-Sein ist geprägt von grosser Dankbarkeit. Es braucht Mut die Zelte abzubrechen, in eine neue Umgebung zu ziehen, Gewohntes hinter sich zu lassen und dem Neuen mit Neugier und Vertrauen entgegenzuschauen. Wir sind dankbar, dass wir den Mut haben, dieses Haus bewohnen dürfen und etwas Neues schaffen können.

 

Es stehen ein paar Kandidaten und Kandidatinnen bereit zum Probewohnen. Aber wir suchen auch noch weiter. Wer Interesse hat, melde sich bitte ungeniert. Wir berichten weiter. 

 

Seid von Herzen umarmt

Silvana und Barbara

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben