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Spaziergang zum Romanshorner Wald

In rund 10 Minuten entlang dem Bachweg erreicht man einen wundervollen Mischwald, den Romanshorner Wald. Er ist wirklich zauberhaft, hat viele verschiedene Bäume, magische Lichtungen, überall Bärlauch, Grillplätze und unzählige Wege, die kreuz und quer durch die hohen Bäume führt. Wir fühlen uns reich und glücklich, solch einen Wald in Fussnähe zu haben. 

 

Wir lesen nach:

Die Böden des Waldes sind weitgehend aus Grundmoränen entstanden. Sie sind relativ schwer, fruchtbar, feucht und wenig durchlässig, sodass ohne menschlichen Einfluss einheimische Laubhölzern wie Esche, Ahorn, Stieleiche sowie auch Schwarzerle, Buche und Kirsche gut gedeihen. Dazu tragen auch die günstigen Klimabedingungen in der Nähe des Bodensees bei.

Die Waldkorporation Romanshorn-Uttwil im Kanton Thurgau ist eine privatrechtliche Korporation. Der 260 ha grosse Wald ist nicht in Parzellen aufgeteilt und wird als Gesamtbetrieb bewirtschaftet. Eigentümer sind 159 Anteilhaber. Der grösste ist die Bürgergemeinde Romanshorn mit elf Anteilrechten. Die übrigen Anteilhaber sind fast durchwegs Einzelpersonen, die meistens eines, zum Teil aber auch bis zu sechs der 284 Anteilrechte besitzen. Recht umfangreiche Leistungen werden zugunsten von Natur und Erholung erbracht. Kleinere Investitionen für den Naturschutz wurden im Zusammenhang mit dem Binding Waldpreis von 1992 vorgenommen: Schutz von Bäumen mit Spechthöhlen, ökologische Aufwertung von Fliessgewässern, Anlegen von zwei Tümpeln und Massnahmen für Fledermäuse. Die Biodiversität wurde durch das Einbringen seltener Baumarten gefördert, zum Beispiel durch gegen die eingeschleppten Pilze resistente Rassen der Ulme oder Wildapfelbäume in Waldrändern. Am wichtigsten war die systematische Förderung der Eiche seit 20 Jahren. 2008 wurde das 27 ha grosse Sonderwaldreservat «Kappenhauserhau» ausgeschieden, dessen Hauptzweck ebenfalls in der Erhaltung der vielen alten und der Förderung der jüngeren Eichen liegt. Damit werden auch Habitate des gesamtschweizerisch seltenen Mittelspechtes geschützt und aufgewertet, von dem bei der Zählung 2005 im Romanshornerwald nicht weniger als zehn der gesamtschweizerisch 600 Brutpaare festgestellt wurden. 

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben