· 

Der Garten im April

Im April wandelt sich der Garten am eindrücklichsten. Von einem winterlichen Anblick, über erste frohe Botschaften der Natur, zum schon sommerlich anmutenden Paradies. Der grosse alte Zierapfel ist zwar keine Bienenweide (leider!), aber für die Vögel ein wunderbares Versteck, und für uns auf alle Fälle eine Augenweide! Der Garten ist eine wunderbare Entdeckungsreise. So spannend, zu realisieren, was da alles wächst und blüht. Die Majestät darin ist der riesige Walnussbaum, der sich aber erst im nächsten Monat in sein grünes Gewand kleidet. Die Haselnuss-"Hecke" im Süden hat sich inzwischen in eine grüne "Mauer" gewandelt, so dass wir kaum Einblicke von den doch grossen Häusern vis-à-vis haben. 

Wir haben in diesem Monat den Pool in Betrieb genommen. Er wurde von Barbara auch schon eingeweiht. Für uns alle ein Novum und eine Art von Luxus. Wir werden ihn sicherlich ausgiebig nutzen und geniessen. 

Der alte gut gereifte Kompost, der im "Wäldchen" stand, ergab reichlich Material für die Gemüse-Pflanztröge in der Loggia. Wir wollen den Platz zwischen den Bäumen in einem weiteren Akt so weit frei machen, dass wir darin einen Sitzplatz oder eine Hängematte installieren können. Es ist ein wunderbar lauschiger, quasi runder Platz, von Bäumen und Sträuchern gesäumt. Der Boden ist weich gedeckt von all den Nadeln und dem Laub. 

Die Pflanztröge in der Loggia sind mit Tomaten und anderem bestückt. Sie sind richtig gross und werden dem Gemüse genügend Platz bieten.

Im Beerenbeet haben wir Salate und Radieschen ausgesät und demnächst kommt noch ein wenig mehr Gemüse rein. So haben wir immerhin schon ein bisschen was vom eigenen Garten. 

Insgesamt haben wir uns entschieden, in diesem Jahr den Garten zu beobachten und ihn zu geniessen. Der Rasenroboter mäht die Wiese regelmässig, so dass wir kaum damit zu tun haben. Ausser der Willi hat sich wieder irgendwo verhängt und muss errettet werden. Es ist tatsächlich so, dass so ein Roboter relativ ruhig arbeitet und den Rasen auf einem tiefen Niveau hält. Also sehr praktisch und gemütlich für uns. Aber wir brauchen weder so einen grossen Rasen, noch wollen wir, dass alle Blümchen, die da wachsen würden, immer wieder abrasiert werden. Auch für die Insekten bleibt da weder Futter noch Lebensraum.  

Zwei Landschaftsgärtner waren inzwischen hier und haben das Gelände in Augenschein genommen. Unsere Vision, die 2000m2 in einen naturnahen Garten umzugestalten, nimmt langsam Formen an. Mit der Unterstützung von Fachleuten werden wir auch richtig planen können. Finanziell, praktisch und technisch. Ein kleiner Kurs über Pflanzenkompositionen in Naturgärten hat schon einige Einblick in die Gestaltungsmöglichkeiten ergeben. Die anfängliche Idee, den Swimmingpool in einen Schwimmteich wandeln zu können, mussten wir leider beerdigen, die Kosten dafür sind jenseits von Gut und Böse. 

 

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben