Artikel mit dem Tag "Eva Strittmatter"



Ansichten · 17. Januar 2019
"Die Vögel sind zugange Vor der gesetzlichen Zeit. Ist es auch nicht mehr lange: Noch ist es nicht soweit, Dass man sagen kann: Es ist Frühling. Feindliches kann geschehen. Fröste können rückfallen. Die Winde können sich drehn. Die Alten, die alles schon sahen, Wiegen bedenklich das Haupt Über Zeiten, die geschahen, Die heut kein Mensch mehr glaubt: Blühende Bäume und plötzlich Stürme und Schübe von Schnee Nach einem schneelosen Winter Und: Herr, Dein Wille gescheh! Ich fürchte...
Ansichten · 31. Dezember 2018
Ich mach ein Lied aus Stille Und aus Septemberlicht. Das Schweigen einer Grille Geht ein in mein Gedicht. Der See und die Libelle Das Vogelbeerenrot. Die Arbeit einer Quelle. Der Herbstgeruch von Brot. Der Bäume Tod und Träne. Der schwarze Rabenschrei. Der Orgelflug der Schwäne, Was es auch immer sei, Das über uns die Räume Aufreißt und riesig macht Und fällt in unsre Träume In einer finstren Nacht. Ich mach ein Lied aus Stille. Ich mach ein Lied aus Licht. So geh ich in den Winter; Und...

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben