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Ein neues Hühnerhaus und mehr Freigang für die Hühner

Unser erstes gemeinsames Projekt bestand darin, den Hühnern ein neues Zuhause zu verschaffen. Ausserdem ging es auch darum, die Philosophie der Tierhaltung und Gartengestaltung gemeinsam neu zu bestimmen.

Was ich schon im letzten Jahr alleine beschlossen hatte, nämlich den Unterhalt des Gartens zu minimieren, bzw. auf anderes zu konzentrieren, fand mit dem Entschluss, den Hühnern mehr Freiraum zu gewähren eine Fortsetzung.

Es bedeutet für uns, dass die Hühner in den Blumenbeeten und Baumtellern Unordnung herstellen. Und in dieser neuen "Unordnung" müssen wir uns wieder reinfinden. Das hört sich nun ein wenig hölzern an. Aber alle, die Hühner haben, werden verstehen, was ich damit meine. Dort, wo Hühner wüten, bleibt kein Körnchen auf dem anderen. Sie buddeln alles weg, um an die kleinen Bodeninsekten zu kommen. Und wo Mulchmaterial liegt, um die Wurzeln von Blumen und Sträuchern oder Bäumen zu schützen, buddeln sie den liebend gerne wieder weg.

Wir sind dann gefordert, entweder mit Steinen oder sonstigem Hindernissmaterial die Hühner daran zu hindern, allzuviel Schaden anzurichten. Aber andererseits geht es auch darum, möglichst viel geschehen zu lassen. Im Vertrauen darauf, dass wenn für alle genügend Platz ist, dass auch ein jeder gut leben kann.

Die Hühnerschar darf sich wieder frei im Garten bewegen! Auch wenn sie ein sehr grosses Areal zur Verfügung hatten, beschlossen wir doch, das Tor offen zu lassen und sie in den Genuss des ehemaligen Gemüsegartens und des grossen alten Komposthaufens kommen zu lassen. 

Ich fand es immer schade, dass man die Hühner in ihrem Gehege kaum zu Gesicht bekommt, da dort so viel Gebüsch und Bäume stehen. Nun, da sie überall hin watscheln, sieht man sie wieder. Und das ist so schön!

Das alte Hühnerhaus ist inzwischen ziemlich marode und die Ratten haben sich dort heimisch gemacht. Der Zwischenboden bildet leider eine ideale Voraussetzungen dafür.

Also haben wir ihnen - den Hühnern - einen neuen kleinen Stall besorgt, und ihn sogar bunt angestrichen. Er scheint zwar etwas klein, aber die Hühner scheinen sich nun gut daran gewöhnt zu haben.

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben