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Ursprung der heiligen drei Könige

Früher feierte man am 6. Januar die Geburt Jesu und die Anbetung der "Weisen aus dem Morgenland". Die ältesten Überlieferungen über die Begehung dieses Festes stammen aus dem Jahr 336.

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts trennte man die Feste voneinander. Die Geburt Jesu wurde jetzt am 25. Dezember gefeiert, am 6. Januar weiterhin die Göttlichkeit Jesu sowie die Anbetung der Weisen oder, wie sie auch genannt wurden, der Heiligen Drei Könige. Der Tag heißt auch "Epiphanias", was die Offenbarwerdung der Gott- und Königswürde von Jesus beschreibt.

 

In Oberitalien und Teilen Südfrankreichs feierte man nicht die Geburt, sondern die Taufe Jesu sowie sein erstes Wunder: die Verwandlung von Wasser in Wein bei der Hochzeit in Kana. Erst nachdem das Weihnachtsfest vom 6. Januar auf den 25. Dezember "verschoben" worden war wurde auch in diesen Gebieten am 6. Januar zu Ehren der Heiligen Drei Könige gefeiert.

 

Wie bei vielen christlichen Festen können auch hier Verbindungen zu heidnischen Festen gesehen werden. In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember wurde zum Beispiel in Alexandrien der Geburt Äons, des Gottes der Zeit und der Ewigkeit, gedacht. Eine Verwandlung von Wasser von Wein ist aus der griechischen Mythologie bekannt. Nach einer Legende ist Dionysos, der Gott des Weines, an einem 6. Januar erschienen und hat eine solche Verwandlung durchgeführt.

 

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige nimmt Bezug auf die drei Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern zu dem Stall folgten, in dem Jesus geboren wurde. Sie waren die ersten Heiden, die die Göttlichkeit Jesu erkannten, indem sie vor ihm niederknieten und ihm kostbare Geschenke überreichten. Im Matthäus-Evangelium steht dazu: "Weise, Magier oder Sterndeuter kamen aus dem Morgenland, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen." und "Und siehe, der Stern den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis dass er kam und stand oben über, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder und beteten und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe." (Matthäus 2,1-12) Durch das Gold wird Jesus mit dem kostbarsten Gut beschenkt und geehrt. Myrrhe symbolisiert das Menschsein und das (spätere) Leiden Jesu, Weihrauch steht für seine Göttlichkeit.

Die Bezeichnung der Besucher aus dem Osten leitet sich ab von dem griechischen Wort "magoi", das die Angehörigen einer medisch-persischen Priesterkaste bezeichnete, aber auch Astronomen, Astrologen, Seher, Stern- oder Traumdeuter (bzw. "Magier") bedeutet. Die Angehörigen dieser Schicht genossen sehr großes Ansehen.

Matthäus nennt nicht die Anzahl der Weisen, die Zahl Drei wurde später aus der Anzahl der in der Bibel genannten Geschenke für Jesus abgeleitet (Gold, Weihrauch und Myrrhe = 3). Erstmals erwähnt wurde die Zahl von dem griechischen Kirchengelehrten Origines (*185, +254).

 

Die Herkunft der Namen erklärt man mit einer Fortführung des Mithraskultes. Caspar soll Cautes entsprechen, Balthasar Cautopates und Melchior Mithras.

Zu dieser Zeit wurden sie auch das erste Mal als Könige bezeichnet, davor sprach man von Magiern, Weisen oder Sterndeutern. Seit dem 12. Jahrhundert wird einer der drei Weisen mit schwarzer Hautfarbe dargestellt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich noch weitere Symbole, die auf die Zahl Drei Bezug nehmen, zum Beispiel sollen die Könige aus drei verschiedenen Kontinenten kommen und entsprechend drei verschiedene Hautfarben haben oder die drei biblischen Stämme und Nachkommen der Söhne Noahs (Semiten, Chamiten und Japhetiten) symbolisieren.

Anfangs wurden die Heiligen Drei Könige als Jüngling, Mann und Greis abgebildet und sollten so das Lebensalter demonstrieren.

Heute wird auf Bildern meistens Caspar als Myrrhe überreichender Afrikaner abgebildet, Melchior hat europäische Gesichtszüge und schenkt Gold, und Balthasar bringt Weihrauch und ist asiatischer Herkunft.

 

Aus der Verehrung der Reliquien entwickelte sich der Brauch der Drei-Königs-Spiele, die Wechselgesänge zwischen Maria und den drei Königen darstellen. Diese waren besonders im 15. Jahrhundert sehr beliebt. Später entwickelten sich aus dieser Tradition die Sternsinger.

 

Übrigens kommt auch die Bezeichnung des Kasperl im (Kinder-) Theater vom Caspar der Heiligen Drei Könige. Er war bei den Drei-Königs-Spielen oft als etwas komische Gestalt dargestellt worden und hatte es so zu großer Beliebtheit beim Volk gebracht.

 

Die Heiligen Drei Könige (die übrigens nie förmlich heilig gesprochen wurden) sind Schutzpatrone der Reisenden und Gastwirte, Spielkartenhersteller und Kürschner, außerdem halten sie das Böse fern von Häusern und Ställen.

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben