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News aus der WG Libellule

Hurra, wir sind zu dritt! Paula, eine Freundin aus Libellule- und Somme-Lumière-Zeiten in Frankreich hat sich entschlossen, bei uns mitzumachen. Wir freuen uns mega darüber. Ihr Eintritt wird im Verlauf des Sommers sein. 

In der Zwischenzeit waren noch zwei weitere KandidatInnen hier, um sich vorzustellen. Für die eine passt es nicht, der andere braucht noch Zeit, um es sich zu überlegen. Wir sind gespannt. Es ist ein langsamer Prozess. Seit Anfang waren 9 Menschen hier, die sich vorstellten, das Haus besichtigten, zum Teil ein zweites Mal kamen, wo wir uns immer viel Zeit für sie genommen haben und uns natürlich auch weiter mit ihnen auseinandergesetzt haben. Barbara und ich haben oftmals die gleiche Einschätzung bzw. den gleichen ersten Eindruck, und bis jetzt ergab es sich immer für alle Seiten als übereinstimmend. Unser Ziel, in diesem Jahr zu viert zu sein, werden wir erreichen, da sind wir alle zuversichtlich. 

 

Die ersten Wochen im April hatten wir viel zu tun mit Möbelschleppen. Wir hatten so einiges ersteigert, stiefelten auch immer mal wieder in den verschiedensten Brockis herum und kamen regelmässig mit vollem Auto zurück. Es hat ziemlich Kraft gekostet. Aber nun ist es auch gut so. Es ist ein feines Gefühl, mit Secondhand-Möbeln ein Haus zu bestücken. Das Loslassen ist quasi schon impliziert. Wenn also ein zukünftiges Mitglied noch Möbel mitbringen sollte, kann man die "alten" wieder auf Plattformen stellen und in den Kreislauf zurückgeben. 

 

Der Garten wandelt sich in diesem Monat sehr. Von noch schneeigem Weiss und nackten Bäumen bis zur Vollblüte und -bekleidung einzelner Bäume wie der Zierapfel, die Quitte und die Haselnussträucher, die inzwischen die dahinterliegenden Häuser komplett abdecken. Immer mehr erkennen wir, wieviel an heimischen Sträuchern und Bäumen schon im Garten stehen. Die Idee, diese Gartenlandschaft in einen Lebensraum für alle Lebewesen umzugestalten, hatte irgendwann Fuss gefasst und lässt uns seitdem nicht mehr los. Der Besuch in einem Schaugarten der Winkler Richard Naturgärten, der dazugehörige Kurs in Pflanzenkompositionen, das Studium diverser Bücher und wohl auch ein gewisser Zeitgeist lässt unsere Herzen höher schlagen, wenn wir uns vorstellen, diesen Garten in einen wertvollen Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze zu verwandeln. Wir sind auch im Gespräch mit Fachleuten, wollen uns beraten und auch ein Konzept erstellen lassen. Trotz aller Vorfreude werden wir uns Zeit lassen. Wir wollen den Garten weiterhin beobachten und ihn auch geniessen. Entscheidungen werden frühestens Ende Sommer gefällt. Immerhin ist das Ganze ja auch nicht gratis. Es braucht einiges an gröberem Arbeitsgerät, einen Rasen in eine blühende Oase zurückzuverwandeln. 

 

Inzwischen ist der Pool gefüllt und erwärmt sich von Tag zu Tag. Barbara ist die Unerschrockene, die sich auch in 6/8 Grad kaltes Wasser stürzt! Ich kann da noch gut zuwarten. Die Loggia ist mit Pflanztrögen bestückt, das erste Gemüse ist ausgesät und gepflanzt. Im kleinen "Wald" habe ich den alten Kompost gesiebt und in die Pflanztröge eingebracht. Nun wartet noch ein grosser Ast- und Laubhaufen darauf, dass er umgeschichtet wird. Der Platz unter diesen Bäumen, die kreisförmig Schutz vor Sonne und Einblick bieten, fühlt sich enorm stark an. Es ist tatsächlich, wie wenn man im Wald steht. Auch wenn es nur drei, vier verschiedene Tannen und ein paar Laubbäume sind. Das viele Laub unseres riesigen Walnussbaumes wird eine Herausforderung sein. Wohin mit diesem, eher säuerlichen Material? Wir werden sehen... Sorgen von morgen.  

 

Das Zusammenleben mit Barbara als Minigemeinschaft war von Anfang an eine "leichte" Geschichte. Wir haben "das Heu auf der gleichen Bühne", wie man so schön sagt. Sind auch im Temperament ähnlich gestrickt. Was uns unterscheidet, ist der Anspruch an Aufgeräumtheit bzw. Chaos und Ordnung. Es ist für uns beide eine Herausforderung, gut damit umzugehen. Inzwischen haben wir auch eine Aufgabenaufteilung vorgenommen, die es jedem erlaubt, seinen "Verpflichtungen" in seinem Tempo, nach seinem Gusto und Vermögen, nachzugehen. Es gab auch schon eine erste offizielle Besprechung, die sehr wertvoll und bereichernd war. Der tiefere Austausch über Themen, die man im Alltag gerne auf die Seite schiebt, bringt viel Klarheit und Kennenlernen des anderen. Auch eine "Auseinandersetzung" mit unterschiedlichen Bedürfnissen hat nach anfänglichem "Erschrecken" fruchtbare Bewegung in unsere Haltungen gebracht. Es bedingt ein Zeigen des eigenen Wesens, der verletzlicheren Seite, die bedürftiger ist. Das Resultat ist dafür umso reicher und verbindender. Und das ist es ja, was wir wollen: wir wollen sein können, wie wir sind, auf Verständnis und Toleranz stossen, uns eben vertrauensvoll zeigen, so dass ein tieferes Verbundensein entsteht. Dieses Sich-Einlassen wird der wachsende Nährboden sein, der uns auch durch schwierigere Momente führt.   

 

Das Fototagebuch zeigt einen kleinen Einblick in unser Leben. Wir hatten viel Besuch, geplant wie auch spontan. Neue Menschen kennengelernt, das Haus und Momente geteilt. Es war schön und fühlt sich sehr familiär an. Wir haben die Gegend ein wenig per Velo erkundet und zu Fuss den wundervollen Romanshorner Wald entdeckt. Wir sind wirklich entzückt, diesen tollen Wald in 10 Minuten erreichen zu können und geniessen zu dürfen:

 

Fototagebuch April

 

Nebst dem Fototagebuch gibt es drei weitere neue Blogbeiträge:

Der Garten im April 

Ein naturnaher Garten

Der Swimmingpool wird in Betrieb genommen

 

Der Blog "Libellengeflüster" und der Newsletter erfährt immer wieder mal Fragezeichen. Den ersten Newsletter hat Barbara verfasst, diesen nun wieder ich, vielleicht macht der nächste wieder Barbara und der übernächste Paula. Vielleicht lösen wir ihn aber auch auf, bzw. ich reduziere ihn wieder zu meinem persönlichen Anliegen. Auch hier muss ein Konsens gefunden werden, der für alle passt. In meinen Augen bringt der Newsletter nur was, wenn wir auch ein wenig detaillierter berichten, die Interessierten an unserem Leben teilhaben lassen, unsere Erfahrungen teilen und damit hoffentlich auch andere inspirieren und motivieren, sich zu zeigen und zu teilen. Es wird sich zeigen und wir oder ich werden davon berichten.  

 

Allerherzlichste Grüsse von 

Silvana, bestehendes Mitglied und Verfasserin des Newsletters und der Blogbeiträge

Barbara, bestehendes Mitglied und

Paula, künftiges Mitglied

 

L i b e l l e n t a n z

 

Wir Libellen hüpfen in die Kreuz und Quer, auf den Quellen und den Bächen hin und her.

Schwirrend schweben wir dahin im Sonnenglanz; unser Leben ist ein einz'ger Reigentanz.

Wir ernähren uns am Strahl des Sonnenlichts, und begehren, wünschen, hoffen weiter nichts.

Mit dem Morgen traten wir ins Leben ein; ohne Sorgen schlafen wir am Abend ein.

Heute flirren wir in Freud' und Sonnenglanz; morgen schwirren andre hier im Reigentanz.

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben